Boxsport

Was verbindet mich mit dem Boxsport?

Als 12-jähriger Junge ging ich das erste Mal zum Training. Damals spielten wir als Kinder noch auf der Straße, und meine Spielkameraden kamen eines Tages auf mich zu und sagten, dass sie heute Abend zum Boxtraining gehen wollten. Da war ich auch neugierig geworden…

Einfach mal das Training ansehen

Der Abteilungsleiter des VfB Lübeck, Herr Hegewald, betrieb in unserer Straße eine Gastwirtschaft und suchte Nachwuchs für seine Boxsparte. So zogen wir Jungen gemeinsam am Abend los zum Training. Nach ein paar Wochen war ich der einzige, der noch immer beim Training dabei war. Den anderen war das Training zu anstrengend geworden.

Es fing an, Spaß zu machen

Mir machte die körperliche Selbstüberwindung allerdings Spaß. Mit der Zeit merkte ich, wie gut mir die Bewegung tat. Nie zuvor hatte ich meinen Körper in ähnlicher Weise gefordert. Ich war etwas pummelig und nun spürte ich die positive Veränderung. Mein Selbstbewusstsein stieg.

Erste Sparringsrunde

Nach einem halben Jahr durfte ich dann das erste Mal Sparring machen. Mit einem viel kleineren Gegner. Aber der war gut! Er traf mich, wo er wollte. Es tat nicht besonders weh, aber seine Schnelligkeit und sein Auge für meine Lücken in der Deckung beeindruckten mich.

Es vergingen weitere Monate, bis ich merkte, dass ich beim Sparring immer besser wurde. Plötzlich schaffte ich es, den Gegner während dessen Aktionen im Auge zu behalten. Meine Deckung war stabil und hin und wieder konnte ich auch einen Treffer landen. Das war Motivation pur!

So blieb ich also dabei und stieg auch (mit wechselndem Erfolg) in den Ring. In den ca. 10 Jahren meiner aktiven „Karriere“ wurde ich dreimal in den Jugendklassen Landesmeister. Einmal sogar Norddeutscher Vizemeister.

Ende der aktiven Zeit im Boxsport

Drei Faktoren sorgten dafür, dass ich schließlich das Handtuch schmiss:

  • Meine Berufsausbildung war schließlich wichtiger als der Sport und ich kam von Eutin aus nur noch selten zum Training nach Lübeck. Der Beruf war vorrangig für mich.
  • Inzwischen zählte ich mit Vollendung des 18. Lebensjahres zu den „Senioren“. Da musste ich gegen ausgewachsene Männer kämpfen, die körperlich natürlich etwas anderes als Gegner darstellten wie die bisherigen Jugendboxer.
  • Ich schaffte es nicht mehr, mein Gewicht unter 81 Kg zu bekommen. Das war aber die Grenze zum Schwergewicht, der damaligen Königsklasse. Da konnten die Gegner echte Brocken darstellen. Und wir boxten damals mit harten 8-Unzen-Handschuhen und ohne Kopfschutz!

Aber der Sport hatte mich gefangen!

1974 machte ich meine Kampfrichterlizenz und erst im Jahre 2018 verabschiedete ich mich nach hunderten Kämpfen, die ich als Ringrichter geleitet hatte, endgültig aus dem Ring.

Ich war mehrere Jahre Vereinsvorsitzender des „Boxring Lübeck“ und Kampfrichterobmann des Schleswig-Holsteinischen Boxverbandes (SHABV).

Mit über 50 Jahren trainierte ich noch immer. Es gibt kein besseres Training!

Ich liebe den Boxsport! Er hat mir oft im Leben geholfen. Denn wer es schafft, die Treppen zum Ring zu besteigen, wenn ein schwerer Gegner auf ihn wartet, der schafft im Leben auch fast alles andere.

Boxsport - Hier treffe ich mich mit einer Legende: BIG George Foreman
Joachim Raeder trifft die Legende „BIG“ George Foreman (2013)

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