Félix Savón

Félix Savón Félix Savón

Als die Zeit des großen Teófilo ihren Zenit überschritten hatte, hatte Kuba schon den nächsten Schwergewichtler als seinen Nachfolger parat: Félix Savón.

1995 durfte ich Félix Savón hautnah erleben, denn ich hatte es mir nicht nehmen lassen, zu den Finalkämpfen der Weltmeisterschaften zu fahren, die in diesem Jahr in Berlin stattfanden.

Neben der Trainerlegende

Ich hatte meinen Sitzplatz in unmittelbarer Nähe des kubanischen Blocks und oft saß direkt neben mir die kubanische Trainerlegende Dr. Alcides Sagarra Carón, der nach den Erfolgen seiner Mannschaft “El Maestro”, der Meister, genannt wurde.
Man sagt, dass dieser Mann das Boxen zur Wissenschaft gemacht hat. Unter seiner Leitung errang das kubanische Team 32 olympische Goldmedaillen und 63 Weltmeistertitel der Männer, sowie 64 Weltmeistertitel der Junioren.

Sagarra „trainiert“ Fidel Castro, Quelle: „Zeitung der Arbeit“

Aber das nur nebenbei. Gespannt wartete ich auf das Finale im Schwergewicht zwischen Félix und Luan Krasniqi, der für das deutsche Team startete.

Luan hatte im Viertelfinale immerhin Wladimir Klitschko besiegt, der später Olympiasieger und danach Profiweltmeister wurde.
Zehn Jahre später wurde der aus dem Kosovo stammende, aber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzende Luan dann sogar schon als Nachfolger von Max Schmeling gehandelt. Er sollte am 100. Geburtstag von Max Weltmeister werden, verlor aber gegen Lamon Brewster in Runde 9.

Was ich nun erleben durfte, hatte ich noch nie gesehen:

Félix spurtete die Ringtreppe hoch, sprang über die Ringseile und landete unter lautem Krachen der Holzbohlen in Boxstellung fast in der Mitte des Ringes!
Was für ein Auftritt!

Im Kampf selbst ließ er Luan nicht den Hauch einer Chance und lag in der Trefferwertung bereits uneinholbar vorne, als er mit einem harten Schlag den Träger des Sporttrikots von Luan zerfetzte! Nach dem provisorischen Flicken des Hemdes ging es weiter. In Runde 2 stoppte der Ringrichter den ungleichen Kampf und erklärte Félix zum Weltmeister.

Foto: www.cibercuba.com

Félix gehört zu den drei Boxern, denen es gelungen ist, drei olympische Goldmedaillen (1992, 1996, 2000) zu erringen (neben Teófilo und dem Ungarn László Papp).
Vielleicht hätte er sogar 1988 ebenfalls Gold geholt, aber die Spiele in Seoul wurden von Kuba boykottiert. Den damaligen Goldmedaillengewinner hatte er in einem Länderkampf vor den Spielen immerhin eindeutig besiegt.

Außerdem holte er sechs WM-Titel (1986, 89, 91, 93, 95 und 97).

Was für ein Fighter!