Rumble in the Jungle

George Forman vor dem Rumble in the Jungle George Foreman

Ali gegen Foreman: Kriegsdienstverweigerer gegen Patriot

Das war an Dramatik kaum zu überbieten!

Der Kriegsdienstverweigerer Ali sollte gegen “BIG” George kämpfen. Gegen den Patrioten George, der bei seinem Olympiasieg 1968 stolz das Sternenbanner in der Hand schwenkte, als er auf der Siegertreppe stand.

Aber nun war der Krieg verloren. Vor einem Jahr hatte der letzte amerikanische Soldat Vietnam verlassen.

Zurück nach Afrika

Der geplante Fight war für den schwarzen Boxpromoter Don King der Durchbruch, denn er vermarktete den Kampf unter dem Titel “Rumble in the Jungle” (“Schlägerei im Dschungel”) spektakulär:
Der Kampf würde die Schwarzen wieder in ihre alte Heimat führen, genauer gesagt an den Kongo.

Noch nie gab es ein nur annähernd vergleichbares Sportereignis in Afrika. Und Ali war der Superstar der Schwarzen!

Zaire war 1974 der Name der heutigen Demokratischen Republik Kongo, dessen Staatschef Mobutu den Kämpfern zehn Millionen Dollar Börse garantierte.

Die Spannung steigt

Die Gage und der Werberummel für den Kampf übertrafen alles bisher Dagewesene.
Die Weltpresse war vor Ort, es gab im Vorfeld ein Konzert schwarzer Top-Musiker wie Miriam Makeba, B.B. King, James Brown und vielen anderen.
Norman Mailer, ein weltbekannter Schriftsteller, war angereist, um die Kämpfer wochenlang zu begleiten. Er sammelte Stoff für über 250 Buchseiten (“The Fight” / “Der Kampf”).

Warten in Kinshasa

Am 25. September 1974 sollte das Ereignis stattfinden – aber George verletzte sich kurz vor dem Termin beim Sparring an der Augenbraue. Der Kampf musste um einen Monat verschoben werden.

Der Schicksalstag: 30. Oktober 1974

Am 30. Oktober war es endlich so weit!
Vier Uhr morgens im “Stadion des 20. Mai” in Kinshasa.
100.000 Zuschauer waren in dieser Nacht live dabei, die weltweite Übertragung über mehrere Satelliten erreichte Millionen Zuschauer, die weltweit das Spektakel am Fernseher verfolgten.

“Milliarden werden den Kampf sehen. Denn selbst die Toten werden aus ihren Gräbern steigen, um dabei zu sein!”

Muhammad Ali

Tränen für Ali

Es gab nur sehr wenige, die Ali eine Chance einräumten.
George war viel zu stark. Er hatte Joe Frazier aus dem Ring gefegt. Selbst in seiner Kabine hatte man Angst um Alis Leben, weil man wusste: Er würde den Kampf niemals freiwillig aufgeben. Eher würde er sterben.
Heimlich flossen Tränen in der Umkleidekabine, als Ali in den Ring gerufen wurde. Denn selbst seine treuesten Fans befürchteten, dass das Ende der Legende bevorstand.

Eine heiße Nacht

Als sich beide schließlich in der Ringmitte trafen, um die Anweisungen des Ringrichters entgegenzunehmen, lag die Lufttemperatur bei 30° C und die Luftfeuchtigkeit betrug 90%.

Und Ali schaute “BIG” George tief in die Augen und sagte:
“Du hast mich schon als kleines Kind im Ring gesehen und bewundert. Jetzt werde ich Dir zeigen, wer der Meister ist!”

Bleibt dran…

Lesetipp: Jack Newfield: Don King – Harte Bandagen (nur noch gebraucht erhältlich)

Und natürlich: „BOX!“